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Pferd mit Menschen
Jana Vagedes Osteopathie & Physiotherapie für Pferde
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Jana Vagedes Osteopathie & Physiotherapie für Pferde

BLUTEGEL-THERAPIE

Dieses Wochenende werde ich mich bei Tierheilpraktikerin und Buchautorin Anke Henne zum Thema Blutegel fortbilden.
Der erste Tag widmet sich dem gesamten Einsatzspektrum von Blutegeln, am zweiten Tag wird es speziell um die Anwendung bei stoffwechsel- und hufreheerkrankten Pferden gehen.

Als Kurzinfo vorweg:
Eine Egelbehandlung wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd und kann daher bei Arthrose, Spat, Schale, Kissing Spines, Hufrollensyndrom und Sehnenproblemen zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome führen. Auch bei Hufrehe, Prellungen, Blutergüssen, Druckstellen, Euterentzündungen und Phlegmonen können Egel entstauend und (schmerz-)lindernd wirken.

Ab Montag bin ich telefonisch wieder erreichbar und gerne auch mit Blutegeln für Sie im Einsatz.

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Jana Vagedes Osteopathie & Physiotherapie für Pferde

Fallbeispiele vom „Symposium für Manuelle Therapie am Pferd“

Am vergangenen Wochenende fand in der Rhön das jährliche Symposium für „Manuelle Therapie am Pferd“ des MTAP-Verbandes statt. Neben kollegialem Austausch, Diskussionen und Wiedersehen mit Bekannten gab es fachlich sehr gute und teils hochspannende Vorträge verschiedener Referenten u.a. zu den Themen:

sowie praktische Demonstration am Pferd.

Jana Vagedes Osteopathie & Physiotherapie für Pferde

5-jähriger, frisch angerittener Wallach mit ausgeprägter Schiefe und funktioneller Beinlängendifferenz:
Demonstration von Therapieansätzen in Bewegung.Der Wallach zeigt in Bewegung asymetrische Rumpfrotationen und benutzt bevorzugt sein linkes Vorderbein als Stützbein – mit der Folge, dass sowohl die Gelenkwinkel der Vorderbeine wie auch die Winkel der Hufwände rechts und links unterschiedlich sind und der gesamte Rumpf nach rechts verkippt ist.

Würde man dieses Pferd ungeachtet dessen weiterhin herkömmlich ausbilden, können Muskeln und Faszien nicht harmonisch arbeiten und das Pferd würde unweigerlich mehr und mehr Bewegungsprobleme bekommen und mit der Zeit immer steifer werden.

Pferdeausbilder Francois Vliegen macht Bewegungsangebote und -Reize, die den Wallach zum Überlegen anregen, wie er sein rechtes Vorderbein „intelligenter“ benutzen und seine rechte Seite insgesamt besser heben kann, so dass er ausbalancierter und langsfristig gesünder laufen kann.

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20-jährige Stute mit starken Rückenschmerzen:

Demonstration von Therapieansätzendurch manuelle Behandlung und in Bewegung.Ihre Rückenschmerzen sind so ausgeprägt, dass kaum eine der herkömmlichen Techniken zur Entlastung des schmerzhaften Gewebes angewendet werden kann. Selbst wenn die Stute nicht mehr gearbeitet würde und stattdessen nur noch auf der Koppel stünde oder sie „nur“ einmal die Woche für 1-2 Stunden ins Gelände geritten würde, hätte sie ohne Behandlung weiterhin dauerhaft Rückenschmerzen!

Tanja Richter sucht (und findet) die Technik, die hierin diesem Fall Linderung verschafft.

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Frauen mit Pferd

Hospitanz in Pferdepraxis Heike Bussang & Fortbildung Faszientherapie bei Maren Diehl

Vom 4. bis 7. August hospitiere ich für 4 Tage in der Pferdepraxis Heike Bussang (Autorin von “Wohlstandskrankheiten unserer Pferde”) in Gemünden.

Am 8. und 9. August befinde ich mich auf einer Fortbilung bei Maren Diehl zum Thema Biomechanik, Pathomechanik und Faszien.
Ab Montag den 10. August bin ich wieder für Sie da!

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Jana Vagedes Osteopathie & Physiotherapie für Pferde

Fittes Pferd – und der Reiter?

Nicht wenige Pferdebesitzer, die mich für ihre Pferde holen, bemühen sich auch um ein abwechslungsreiches, sinnvolles Trainingsprogramm für ihr Pferd, um es lange gesund zu erhalten.

Aber wie steht es eigentlich um die körperliche Verfassung der Reiter?
Neben einem guten Bewegungsprogramm für das Pferd und therapeutischer Unterstützung im Bedarfsfall hat auch die Fitness des Reiters einen bedeutenden Einfluss auf die Tragfähigkeit und Verschleißfreiheit des Pferdes.

Wie steht es um Ihre Geschmeidigkeit, Balance, Koordination???
Sitzen Sie geschmeidig, koordiniert, beweglich, ausbalanciert, gleichzeitig locker und mit einem gesunden Maß an Körperspannung, die sich flexibel an die verschiedenen Situationen des Reitens anpassen kann?
Oder muten Sie sich Ihrem Pferd mit einem unkoordinierten, ungelenken, trägen oder verspannten Körper zu, eventuell auch noch mit viel Gewicht? Und bleiben auch bei längeren Ausritten lieber bequem im Sattel sitzen, anstatt zwischendurch selber mal ein Stück zu laufen?
Ich würde sagen: dann wird es Zeit, in kleinen Schritten etwas für den eigenen Körper zu tun, oder?
Sich selbst und dem Pferd zuliebe…

Möglichkeiten gibt es sicher viele und ich mag an dieser Stelle eine als Inspiration geben, die sich leicht in den Alltag integrieren lässt, und kurz erklären warum. Ich selbst habe über viele Jahre Orientalischen Tanz und Yoga praktiziert – ursprünglich aus der Intention heraus, besser reiten zu können (woraus dann schnell weitere Hobbys wurden).

In meiner aktuellen Lebensphase mit Selbständigkeit und Familie ist es für mich eher schwierig, feste Kurse zu buchen oder mehrere Stunden pro Woche für Sport einzuplanen.

Jetzt bin ich kürzlich über etwas gestolpert, was für mich gerade perfekt passt – als Ausgleich zu meiner Tätigkeit und auch um mich langfristig für meine Arbeit mit den Pferden einsatzfähig zu halten: Online-Sportkurse. Mir erscheint das gerade für Pferdeleute, die durch ihr zeitaufwändig Hobby wenig Zeit für zusätzlichen Sport haben, ideal – eben wegen der hohen Flexibilität.

Es gibt auf dem Markt viele verschiedene Anbieter. Hier einer exemplarisch, der mir begegnet ist und den man unverbindlich testen kann: http://dev.fitnessraum.de/sport/?tt=10293_545167_222172_&r=

Egal ob täglich 10min oder 3x die Woche 30min (oder wer will auch über 90 Minuten  ), man kann unter mehreren 100 Kursen wählen: von Tanz, über Yoga, Kraftübungen, schweißtreibendes Cardiotraining, Pilates, verschiedenste Fitnessprogramme… einfach Schwierigkeitsgrad und Minutenzahl wählen und loslegen.

Unabhängig davon ob mit diesem Angebot oder etwas ganz Anderem: ich möchte den Reitern – sozusagen als Ergänzung zu dem was ich für die Pferde anbiete – ans Herz legen, sich im Sinne der Pferde auch um die eigene Fitness zu kümmern.

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Jana Vagedes Osteopathie & Physiotherapie für Pferde

Reiten bis der Arzt kommt…

Von der Trageerschöpfung und dem Weg daraus

Unter dem Motto „Reiten bis der Arzt kommt" (bzw. besser gesagt unter dem Motto NICHT reiten bis der Arzt kommt") stand am letzten Wochenende das Seminar von meiner sehr geschätzten Kollegin Cornelia Klarholz und der Ausbilderin der akademischen Reitkunst Stefanie Niggemeiner zum Thema Trageerschöpfung.

Mit anschaulichen Vortragseinheiten wurde über Ursachen und Folgen einer Trageerschöpfung aufgeklärt und für Hinweise auf partielle Überlastung (die meist sehr subtil anfängt) sensibilisiert. In Praxiseinheiten wurden Möglichkeiten einer gesunden Arbeit aufgezeigt - sowohl als Prophylaxe, um die Vitalität und Leistungsfähigkeit eines Pferdes von Anfang zu erhalten, oder rehabilitativ, wenn einzelne Strukturen bereits verändert oder gar geschädigt sind.

Wenn jeder Reiter nur ein paar grundlegende Dinge über Muskelphysiologie und die Bedürfnisse des Bewegungsapparates des Pferdes wüsste, würde den Pferden viel Leid erspart bleiben... So kann ich JEDEM, der für ein Pferd verantwortlich ist, nur ans Herz legen, sich mit diesem Thema zu befassen!

Statt Literatur und Internet zu durchforsten, dürfen Sie auch gerne einen Termin mit mir vereinbaren und wir schauen vor Ort, inwieweit Ihr Pferd davon betroffen ist!

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Mann mit Pferden

Fortbildung am Verband für Manuelle Therapie am Pferd

Mitgliederversammlung des Verbandes für Manuelle Therapie am Pferd (MTAP) am 14.03.2015 mit Fachvorträgen und Praxiseinheit. Auf dem Foto:

Lösen faszialer Verklebungen im Hals/Schulterbereich bei einer 6-jährigen Stute, die immer wieder durch ein Kürzertreten der rechten Vorhand aufgefallen ist und tierärztlich gründlich auf den Kopf gestellt wurde (ihr Besitzer ist Tierarzt und hat von oben bis unten alles geröngt und geschallt), ohne Befund.

Beim Abtasten des Pferdes werden Muskelverspannungen und verklebte Faszien deutlich.

Unbehandelt arbeiten diese Strukturen mit der Zeit immer unphysiologischer, sie werden unzureichend mit Blut und Nährstoffen versorgt und schmerzhafter und führen zu weiteren Leistungseinschränkungen. Auf den Bildern sieht man, wie stark die Stute auf die sanfte Behandlung reagiert.

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weißes schönes Pferd

Trageerschöpfung

Das Thema „Trageerschöpfung" beim Pferd ist meines Erachtens ein total unterschätztes, aber sehr wichtiges Thema.

Obwohl es ebenso Freizeitreiter betrifft, die „nur“ entspannte Ausritte von mehreren Stunden machen, wie auch Sportreiter, die intensiv trainieren und ihr Pferd über 20-30 Minuten mit derselben Hals-Kopf-Haltung reiten, findet dieses Thema immer noch viel zu wenig Beachtung.

Die Auswirkungen einer Trageerschöpfung reichen von „einfachen" (aber schmerzhaften!) Verspannungen bis hin zu Veränderungen der gesamten Statik des Pferdes - von Absenken des Brustkorbes und Nervenkompressionen im Bereich der unteren Halswirbelsäule über Hängerücken, Karpfenrücken, nach vorn-unten fixiertem Kreuzbein mit sichtbarer Delle auf der Kruppe, Rausschieben des Beckens/Entenpopo, bis zu Muskelatrophien, Kissing Spines und Arthrosen oder fehlender Arbeitsmotivation (wen wundert's?!!!)

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weißes schönes Pferd

Spat & Arthrose: Prävention durch Pferdeosteopathie

Vor ein paar Tagen rief mich eine Hufpflegerin an, um sich mit mir über ein gemeinsames Kundenpferd auszutauschen, welches ich vor ein paar Wochen zum ersten Mal behandelt habe. Es handelt sich um einen 7-jährigen Araber Wallach, der seit Fohlen an immer wieder starke Probleme mit den Kniescheiben hat (Patellaluxation und -fixation).

Wir tauschten uns über unsere Beobachtungen an dem Pferd aus und die Hufbearbeiterin teilte mir mit, dass die Fußung der Hinterhufe ihrer Erfahrung nach der eines Pferdes mit Spat im Frühstadium gleicht. Ich muss zugeben, dass mir das an den Hufen nicht aufgefallen war. Auch die Testung der Sprunggelenke war ohne Befund.

Für mich aber auffällig war zum einen das Gangbild im Schritt von hinten sowie eine stark verspannte Tiefenmuskulatur an der Hinterhand inklusive "festgestelltem" Becken, was eine Beugung und Streckung in der Lendenwirbelsäule, sprich ein Abkippen des Beckens, nicht zulieẞ - nicht einmal ansatzweise! Hier behandelte ich und zeigte der Besitzerin ein paar einfache Übungen, die sie in den folgenden Wochen durchführen sollte.

Was mich nun an dem Austausch mit der Hufpflegerin sehr gefreut hat, war ihre Rückmeldung, dass das Pferd anfängt hinten wieder korrekt aufzufußen!

Bei der Vollschwester des Wallachs wurde laut Besitzerin mit 8 Jahren Spat diagnostiziert.

Bei ihrem Pferd konnte - hoffentlich frühzeitig genug - in den den Kreislauf aus Kniescheibenproblemen -> Ruhigstellen der Hinterhand -> starken Verspannung der Halte- und Bewegungsmuskulatur in der Kruppe -> daraus entstehenden pathologischen Muskelzügen -> unphysiologischer Beanspruchung der Sprunggelenke -> bis hinzu degenerativen Veränderungen der Gelenke eingegriffen werden!

Desweiteren ist zukünftig natürlich wichtig, dass das Pferd so trainiert wird, dass die Kniebänder die Kniescheibe möglichst gut stabilisieren können. Dazu müssen in diesem Fall ein paar Dinge im bisherigen Training umgestellt werden (wie z. B. kein Jog mehr!) und ein solches Pferd braucht regelmäßige Gymnastizierung ohne längere Stehphasen.

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Fachtagung des Freundeskreis Huf e.V.

An diesem Wochenende fand auf der Brückenmühle in Ahnatal-Weimar bei Kassel die diesjährige Fachtagung des Freundeskreis Huf e.V. statt.

Zu dieser Veranstaltung kamen Hufschmiede, Barhufbearbeiter, Huforthopäden, mehrere Tierärzte und ein paar Physiotherapeuten/Osteopathen zusammen, um zu verschiedenen Themen zu referieren, Kontroversen zu diskutieren, interessante Fälle zu besprechen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Auffällig (und sehr angenehm!) an diesen zwei Tagen war der entspannte und respektvolle Umgang der Vertreter der verschiedenen Disziplinen miteinander und der immer wieder durchblitzende Forscher- und Pioniergeist des Vereins und der dahinterstehenden Personen.

Eine durch und durch gelungene Veranstaltung: fachlich wie menschlich inspirierend und bereichernd!

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Fortbildung Manuelle Therapie

In großer Vorfreude: bis Sonntag einschließlich bin auf einer Fortbildung beim Verband für Manuelle Therapie" (mit Tanja Richter und Kathrin Scholz) bei Coburg und zu Besuch bei einer lieben Kollegin.

In dieser Zeit werde ich nur eingeschränkt erreichbar sein.

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Hospitanz in Pferdeklinik/Außenpraxis Dr. Gremmes

Ab dem 6.10. werde ich für 2-3 Wochen in der Pferdeklinik von Dr. Steffen Gremmes in Jühnde (bzw. voraussichtlich wohl hauptsächlich in der Außenpraxis) hospitieren, um meinen medizinischen Horizont zu erweitern.

In dieser Zeit werde ich nur sehr begrenzt Behandlungen durchführen können.

Und ab dem 27.10. werde ich wieder zum Behandeln in Norddeutschland sein.

Wer also in den nächsten Wochen einen Termin haben möchte:
bitte bald melden!

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Rahmenbedingungen während einer osteopathischen Pferdebehandlung

Guten Morgen!

Hinter mir liegt eine ereignisreiche Arbeitswoche. Neben „normalen“ Pferde-Behandlungen durfte ich zum ersten Mal ein Kälbchen, welches nicht mehr laufen konnte, untersuchen und kurz behandeln. Zum ersten Mal hatte ich ein 4-gängiges Warmblut (töltender Lusitano) in Behandlung. Und zum ersten Mal habe ich einen Tritt von einem Kundenpferd abbekommen.

Nachdem ich mich den ganzen Sonntag geschont und ausgeruht habe, ist mein Bein heute fast wieder voll belastbar und ich freue mich auf eine neue Woche!

Als Fazit aus oben erwähntem Arbeitsunfall möchte ich noch ein paar Hinweise zur Umgebung und zu den Rahmenbedingungen während einer Behandlung geben:

Wenn ein Pferd sehr an seiner Herde oder an einem anderen Pferd klebt, bitte dafür sorgen, dass die Behandlung in direkter Nähe zu den anderen Pferden durchgeführt werden kann, entweder auf einem abgetrennten Stück Weide oder am Putzplatz oder Stall mit einem dazugestellten Pferd. Ein wieherndes und tänzelndes Pferd ist weder gut untersuchen, noch gut zu behandeln. Und erhöht das Unfallrisiko – auch wenn es sich äußerlich etwas beruhigt, innerlich aber am Vibrieren ist.

Wenn ein Pferd Probleme hat, die Beine zu heben, bitte nicht am selben Tag den Hufschmied kommen lassen. Wenn ein Pferd nach einem frischen Beschlag oder nach dem Ausschneiden klamm geht, erschwert das zum einen die Bewegungsanalyse bzw. macht sie unmöglich. Zum anderen bedeutet das für ein Pferd, welches ein Problem z.B. in der Hüfte und daher Schmerzen beim Beinaufheben hat, zusätzlich Stress und die Kooperationsbereitschaft während einer Behandlung sinkt bei manchen Pferden deutlich.

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Schiefes Pferd – ein Fallbeispiel

Noch einmal aus etwas größerer Distanz

Kürzlich war ich bei einer jungen Stute, welche als Fohlen häufig und z.T. wohl recht heftig gestürzt ist. Bis zu ihrem 3. Lebensjahr stand sie auf sehr unebenem Untergrund – ohne größere Möglichkeit zum Toben und Rennen.

Dieses Pferd war in sich komplett „schief“.

Die gesamte rechte Körperhälfte stand höher – beginnend am Schulterblatt bis hin zur Kruppe, inkl. leicht nach rechts gezogener Schweifrübe, der rechte Hinterhuf nach innen wachsend.

Die linke Körperhälfte war steiler abfallend mit einer deutlich stärkeren Bemuskelung des distalen (= weiter unten gelegenen Teil des) Biceps femoris und Semitendinosus (für Anatomie-Laien: die dicke Beule der unteren Hinterbackenmuskulatur). Diese Muskeln, die eigentlich für das nach Hintenführen und Strecken der Hintergliedmaße sowie für das nach Außenführen des Beines (wie z.B. bei Seitengängen) zuständig sind, haben in diesem Fall am linken Hinterbein vermehrt Haltearbeit übernommen.

Aufgrund der seitlich einfallenden Sonne und des Schattens ist die Foto-Qualität leider nicht optimal. Ich hoffe, die Asymmetrie des Pferdes ist trotzdem erkennbar!?

Ein solcher Befund, der sich über Jahre aufgebaut hat und im Prinzip ja auch auf dem einzigen Bewegungsmuster beruht, welches dieses Pferd überhaupt kennt, lässt sich nicht mit einer Behandlung korrigieren.

Sehr schön ist hier, dass die Besitzer das Pferd zur Behandlung vorstellen, ehe mit dem Reiten begonnen wird, und dass sie die Ausbildung langsam angehen und ihrem Pferd die Zeit geben, um sich körperlich neu auszurichten!

Rückmeldung nach 3 Tagen:
Das Pferd hatte nach der Behandlung wohl Muskelkater und hat sich in den ersten Tagen von sich aus wenig bewegt.

Rückmeldung nach 12 Tagen:
Der Rücken wirkt entspannter und die Hinterhand etwas harmonischer. Die Stute läuft runder, wälzt sich und rennt auch mal wieder (was sie vorher wenig gemacht hat).

Geplant ist eine weitere Behandlung nach 3 Wochen.

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Blockaden der Lendenwirbel

Bei allen Lendenwirbelblockaden ist mit Spannungen oder Folgeblockaden am siebten Halswirbel (C7) zu rechnen, es gibt also immer Auswirkung auf die Halshaltung. Reiterlich bedingt können Blockaden an der Lendenwirbelsäule auftreten, wenn Pferde im Hals eng gemacht werden. Dann drückt der so provozierte Seepferdchenbauch C7 nach vorn-unten und schließlich entsteht über den langen Rückenmuskel Zug auf den Lendenbereich.

Kommt es jetzt zu einer Auseinandersetzung zwischen Pferd und Reiter und das Pferd steigt oder springt zur Seite, zieht der verspannte Rückenmuskel den Dornfortsatz mit der momentan stärksten Spannung in die Rotation - sehr oft ist das L3. In der Folge verspannt der lange Rückenmuskel weiter und zieht zur Stabilisierung der Wirbelsäule auf der Gegenseite L2 und L4 ebenfalls in eine kleine Rotation.

Das Pferd ist in sich wieder scheinbar gerade, aber die sehr wichtige kleine Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule ist unterbunden und es kommt zu Rittigkeitsproblemen wie wenig Untertreten, geringe Versammlung, kein Durchspringen im Galopp. Bocken oder unwilliges Rückwärtsgehen. - Dr. med. vet. S. Sachs

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